Inselgeheimtipp

Inseln hat Schottland zur Genüge. Es gibt die großen wie Skye und die äußeren Hebriden, die gut erschlossen und relativ dicht bewohnt sind. Und es gibt kleinere Inseln, auf denen wenige bis keine Menschen wohnen. Zu denen gehört auch Kerrera. So rasant wie auf der ähnlich klingenden Spielzeug–Rennbahn geht es dort nicht zu. Aber es gibt mindestens eine Sache, für die sich ein Besuch lohnt.

Kerrera steht im (Wind)schatten der viel größeren Isle of Mull – sie ist also nicht so sehr den Wetterquerelen des Atlantiks ausgesetzt. Außerdem ist sie viel schneller zu erreichen, da sie sich direkt an die Küste schmiegt. Kerrera ist nur einen Katzensprung (oder auch eine fünfminütige Fährfahrt) vom Oban entfernt.

Oban gilt auch als „Gateway to the Islands“ – Der Fähranbieter „CalMac“ steuert von hier etliche Inseln an. Wer nach Kerrera will, ist am großen Hafen allerdings falsch. Eine Meile vom Ortsausgang entfernt befindet sich das Kerrera „Ferry Terminal“. Eine kleine Anlegestelle, ein paar Parkplätze auf der Wiese – das war’s. Hin und zurück kommt man für viereinhalb Pfund, im Winter mindestens jede Stunde, im Sommber öfter.

Nach fünf Minuten auf hoher See ist schon wieder Land in Sicht. Keine Häuser, keine Läden – nur eine rote Telefonzelle steht einsam in der Landschaft. Irgendwie skurril. Es gibt kaum Straßen und so gut wie keinen Verkehr. Aber es gibt eine alte Burgruine auf der anderen Seite der Insel. Die knapp vier Kilometer lange Wanderung dorthin führt erst an der Küste entlang, dann über Wiesen. Plötzlich tut sich das Castle vor einem auf – ein toller Anblick.

Schottland hat viele alte Castles, doch Gylen Castle hat seinen besonderen Reiz, wie es so dramatisch in der Steilküste „sitzt“. Im späten Mittelalter erbaut, hat es mittlerweile schon ein paar hundert Jahre über dem kleinen Bay getrohnt. Wind, Wetter und im 17. Jahrhunder ein Feuer haben an den Gemäuern genagt, deshalb steht heute nur noch eine Ruine. Wenn auch eine besonders schöne.

Wer will, kann vor dem Rückweg eine Rast im Kerrera Tea Garden einlegen, hier gibt es auch eine von ungefähr zwei Übernachtungsmöglichkeiten auf der Insel. Allerdings nur im Sommer. Im Winter verirrt sich kaum jemand auf die Insel. Vielleicht sollte man gerade deshalb auch einen Besuch im Winter in Betracht ziehen. Fotos von Gylen Castle sehen schließlich am eindrucksvollsten aus, wenn nicht ständig Touristen in bunten Outdoorjacken durchs Bild huschen.

 

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